Monday, 25 May 2020

Alles ist emotional


Notengebung – immer ein “explosives” Thema bei universitären Arbeiten, insbesondere wenn es sich um Gruppenarbeiten handelt, bei welchen die unterschiedlichsten Charaktertypen aufeinandertreffen.  Das hat sich meiner Ansicht nach auch während der Diskussionsrunden in der fünften Lektion des Moduls ganz klar gezeigt.
Solange die Thematik sachlich diskutiert wurde, konnte die Mediation relativ einfach geleitet und eine pragmatische Lösung erreicht werden. Alsdann in einer zweiten Diskussionsrunde die interpersonellen Differenzen zutage traten wars vorbei mit dem Einklang – für mich ein geglücktes Szenario, da sich Meinungen und Beziehungen selten einfach so ausblenden lassen. Dementsprechend war die Diskussion äusserst zäh und schwierig zu leiten. Ich hatte dementsprechend Mühe, in der kurzen Zeit eine zufriedenstellende Lösung zu initiieren.
Für nicht beteiligte Personen mag die Problematik banal wirken - im Vergleich etwa zu der Diskussion über Pharmaverträge/Medikamentenproduktion zwischen zwei juristischen Personen.  Vor allem wenn man bedenkt, dass die Auswirkungen unterschiedlicher Notengebungen gering sind, da alle Gruppenmitglieder so oder so das Modul bestanden hätten.
Das Problem handelt daher eher von Wertschätzung, oder vielleicht dem Gefühl mangelnder Wertschätzung der geleisteten Arbeit. Ich denke jeder hat schon mal unter ungenügender Anerkennung gelitten, auch wenn oft das Gefühl das eigentliche Problem “überlappt” – und es dadurch unnötigerweise verstärkt. Viele Konfliktsituationen liessen sich vermeiden, wenn man die Dinge rein sachlich betrachten würde, aber das ist natürlich nicht möglich. Daher ist es in solchen Situationen wohl einzig möglich, durch Methodik positive Gefühle in den Konfliktpartnern auszulösen.

Monday, 4 May 2020

Beispiele sind gut, aber...

Ich schätze, nahezu jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens, sei es durch Kindheitserfahrungen, die berufliche Karriere, Interessen, Beziehungen und so weiter, seine ganz eigenen Grundsätze und Einstellungen, von welchen der- oder diejenige nur ungern abweicht. Mitunter sind persönliche Aspekte oft einer der Hauptgründe für das Scheitern von Verhandlungen.

Das Konfliktszenario Hasenwald v Kies zeigt eine realistische und zeitgenössische Konfliktsituation relativ detailgetreu nach. Die Positionen und Beweggründe der Parteien wirken kohärent und erlaubten gleichzeitig einen gewissen Handlungsspielraum. Infolgedessen entwickelten sich die Gruppendiskussionen sehr variabel: vom sanften Ideenaustausch zum politischen Schlagabtausch war alles vorhanden. Sicherlich spielte auch die bisherige Verhandlungserfahrung eine bedeutende Rolle, wobei meiner Ansicht nach Sachkenntnis und Allgemeinwissen ebenso wichtig sind. Zusammenfassend war ich demnach mit der Aufgabenstellung, der Diskussion und Auswertung zufrieden.

Aus meiner beruflichen Erfahrung (ich habe mehrere Jahre Personen in Notsituationen beraten) und teils persönlichen Erfahrungen bin ich allerdings etwas skeptisch, was solche Szenarien angeht. Wie eingangs erwähnt, sind Verhandlungspartner immer auch durch persönliche Erfahrungen geprägt, welche den Diskussionsverlauf normalerweise bedeutend prägen. Ein Konfkliktszenario mag demnach authentisch sein, bleibt für mich aber dennoch realitätsfern. Daher finde ich solche Szenarien gut, um grundsätzliche Verhandlungsstrategien zu erlernen, bereiten die Teilnehmer aber nur unzureichend auf “echte” Konflikte vor.

Monday, 27 April 2020

Sprache, Kommunikation, Konflikte...




“There is immeasurably more left inside than what comes out in words. Your thought, even a bad one, while it is with you, is always more profound, but in words it is more ridiculous and dishonorable.”
-
Fjodor Michailowitsch Dostojewski


Ich empfinde Sprachen als etwas Wunderbares. Sie erlaubt es uns Menschen, uns auf verschiedenste Art in Kombination mit nonverbalen Mitteln, wie etwa Gestik, Mimik oder Zeichen zu kommunizieren. Sie bilden somit Ausdrucksformen, die verbindend wirken können. Gleichzeitig zeigen sie uns aber auch die Grenzen des menschlichen Informationsaustausch auf. Nicht alles, was wir fühlen oder denken kann auch gesagt werden. Oder aber es entstehen Missverständnisse, welche die Kommunikation mit unseren Mitmenschen erschweren oder gar verunmöglichen – und das nicht nur, weil eben in einer fremden Sprache gesprochen wird.

Missverständisse führen zu Konflikten, die teils banal sein mögen, oft aber auch schwere Folgen haben können. Die letzten Monate und Wochen haben unser gesellschaftliches Leben aufgrund der Massnahmen zur Bewältigung der weltweiten Pandemie verändert. Auch für mich gab es bedeutende Veränderungen, und manche haben zu Konfliktsituationen in meinem familiären Umfeld oder unter Freunden, geführt. Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich bei manch einer Begebenheit wohl besser anders verhalten hätte. Kurzum, mir fehlten schlicht die Erfahrung und Kenntnisse, Konflikten vorzubeugen oder zu schlichten. Umso wichtiger erscheint es mir daher, dass auf gewisse Regeln geachtet werden, um Missverständnisse oder Probleme zu lösen.

Mediation kann ein Mittel sein, Konflikte zu schlichten. Allerdings bedarf es dazu einiger Verhaltensgrundsätze, Regeln, und vor allem: praktische Erfahrung. Sprache kann zum Beispiel Zuneignung, Verständnis sowie Sachlichkeit ausdrücken. Aber wie bei jeder Kommunikationsform kann Sie sich auch in das Gegenteil verwandeln. Ich bin daher mit den Kursinhalt des Moduls Umweltmediation durchaus zufrieden und freue mich auf ansprechende Diskussionen!